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Liebe Weinfreunde

30 Jahre Biologische Landwirtschaft auf dem Spatzehof

Seit dem 1. Januar 1993 bewirtschaften wir unsern Hof biologisch. Rückblickend erinnere ich mich an sehr viel Schönes, an die Ernten und Erträge die trotz der Umstellung meist erfreulich blieben. An die steigende Nachfrage in diesem Bereich, verbunden mit der sehr positiven Grundstimmung unter Biobauern.

Prägend waren für mich:

Das Schwierige und die Widrigkeiten in den 30 Jahren. Die Herausforderungen im Obstbau der Pflanzenschutz, die Sortenfrage, der Markt der nach makellosen Früchten verlangt. Dazu mein Ziel von mehr Ökologie im Obstbau, das führt zu Herausforderungen und Diskussionen die mich nach wie vor beschäftigen.














Prägend waren für mich:

Bei den Tieren ist es die Nähe zu Leben und Sterben, die Entscheide welches Tier muss in den Schlachthof, die Geburten, die kompliziert waren oder mit einem toten Kalb endeten. Überwiegend ist es aber meine grosse Freude an den Mutterkühen mit all den unkomplizierten Geburten mit gesunden Kälbern, Kühen und unserm Ragnar.









Prägend waren für mich:

Als Bauer ist man abhängig von der Witterung. Das wurde auch mir immer mal wieder vor Augen geführt. Es waren die Hagelgewitter, Winterstürme, die Überflutungen, die Hitze und Trockenheiten, aber auch eingefrorene Wasserleitungen und Melkmaschine, viel oder gar kein Schnee.








Prägend waren für mich:

Der Feuerbrand bescherte hochgehenden Emotionen und einigen hundert Bäumen die wir schweren Herzens roden und verbrennen mussten. Der Borkenkäfer, der die Waldstruktur stark verändert hat, machte sich breit und reine Rottannenbestände müssen zusehends anderen Baumarten und Mischwäldern Platz machen.








Prägend waren für mich:

Die Menschen auf unserm Hof. Die Familie, Denise und die drei Kinder, die immer nahe am Geschehen waren. Der Hof prägte unsern Lebensrhythmus, was bei der Jugend nicht immer nur geschätzt wurde. Beim gemeinsamen Arbeiten, Essen und «Trinken» wurde viel diskutiert, philosophiert und über Gott und Welt gesprochen.


Prägend waren für mich:

Die Menschen ausserhalb der Familie, Freunde, Praktikanten, Studenten, Pflegekinder, Time-Out Jugendliche, Jugendliche mit Suchtproblemen, Mitarbeitende und Erntehelfende. Sie alle, und es waren wirklich viele, prägten den Hof mit.








Prägend waren für mich:

Die Unfälle auf unserm Hof, immer mal wieder wurden wir schlagartig aus unserm Arbeitsalltag gerissen, im Rückblick sehe ich die meist gut verheilten Narben an Seele und Körper, die prägten!








Prägend waren für mich:

Die betrieblichen Veränderungen, die Um- und Neubauten, die grosse Umstellung von der Milchproduktion hin zur Haltung von Mutterkühen entspricht unserer aktuellen Einstellung.










Prägend waren für mich:

Die Freude an der Arbeit auf dem Hof, die Freiheit den Arbeitstag frei zu gestalten. Die zunehmende Bürokratie, die überbordet mit Regeln und Richtlinien, Kontrollen und Sanktionen. Ich vermisse in unserer Gesellschaft zusehends ein Zugeständnis für ein gesundes Mass an Eigenverantwortung für alle.









20 Jahre Biologischer Weinanbau im Seeburgpark


Im Frühling 2003 starteten wir mit der Pflanzung von 2000 Rebstöcken in den Weinbau im Seeburgpark in Kreuzlingen. Mit viel Begeisterung und Enthusiasmus begannen wir den neuen Betriebszweig.







Zusammenfassend freue ich mich fast täglich über die Herausforderungen auf dem Spatzehof. Unsere Betriebsvielfalt ist nicht immer effizient, aber meine Erfahrung zeigt auch, dass, je vielfältiger ein System ist, um so stabiler und widerstandsfähiger wird es. Ich freue mich über die Beziehungen zu den Tieren und Pflanzen, zu den Menschen die mithelfen und natürlich zu Euch als Kunden. Ohne Konsumenten, die bereit sind unsere Genuss- und Nahrungsmittel zu kaufen, macht unsere Arbeit wenig Sinn.

Und was wird in Zukunft prägen? Welchen Weg soll ich, soll die Gesellschaft wählen, mit dem Ziel, dass auch die nachkommenden Generationen einen Lebenswerten Planeten vorfinden.


Ich freue mich über meine jungen Berufskolleginnen, Berufskollegen die das Ziel von mehr Ökologie in der Landwirtschaft mit neuen Gedanken und Wegen weiterentwickeln. Mit Ansätzen aus der Permakultur und der regenerativen Landwirtschaft verbunden mit sozialem Gedankengut, bleibe ich optimistisch, für den Spatzehof und unsern Planeten.




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