Von Frostnächten und vom Tag der Arbeit


Kirschbaum im Schnee

Die Winterstiefel anziehen, Kappe und Handschuhe sind ein Muss. In der vergangenen Woche wechselte das Wetter zwischen Schneegestöber, Regen, Wind und dann und wann gar ein paar Sonnenstrahlen. Nur die Temperatur blieb konstant, „tief unten“! Die Bilder von den brennenden Kerzen in den Weinbergen waren eindrücklich, der Aufwand für die Weinbauern nicht zu unterschätzen. Da die Reben zu Hause erst kurz vor dem Austrieb stehen und die Seeburgreben den leicht wärmenden See in der Nähe haben schätzte ich die prognostizierte Frostgefahr für unsere Kulturen als nicht alarmierend ein.

Nach zwei Tagen sind die Frostschäden dann gut sichtbar. Die Bilder stammen aus Kreuzlingen sie zeigen einen abgefrorenen (oben) und einen intakten Trieb (unten). Nach meiner Einschätzung sollten aber die Reben, die sichtbaren Frostschäden über die Nebenaugen und mehr Wuchskraft in den verbleibenden kompensieren können.

Verfrohrener Trieb

Gesunder Trieb

Heute ist bekanntlich der Tag der Arbeit, als Bauer bin ich immer etwas hin und her gerissen, soll ich nun Arbeiten, oder soll ich nicht? Da der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, viel es mir leichter. Heute schaue ich «nur», dass auf dem Biobetrieb gearbeitet wird. Ich bin momentan wohl einer der grossen Arbeitgeber in unserer Gegend. In der vergangenen Woche haben wir den Mist aus dem Mutterkuhstall an eine Miete gebracht. Mit einer Umsetzmaschine wurde der kompakte, schwere Mist aufgelockert, so dass genug Sauerstoff eindringen kann. Nun beginnen meine gut gelaunten Mitarbeiter, die tausenden von Mikroorganismen mit der Arbeit, sie verwandeln den Mist, der aus Stroh und Kuhfladen besteht zu einem reifen Kompost. Den setze ich über das Jahr verteilt als wertvollen guten Dünger auf meinem ganzen Betrieb ein.

Die Aufgabe von mir als Arbeitgeber ist es, möglichst optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen. Wie in andern Bereichen, auch beim Kompostieren nicht so einfach, wie es aussieht. Wichtig ist genug Sauerstoff und die ideale Wassermenge. Wenn zu viel gearbeitet wird, wird die Miete zu heiss (über 80°C) so geht ein Teil des Stickstoffes (Dünger) verloren. Auf dem Bild seht ihr die aufgesetzte, gewendete Miete, der sichtbare Dampf zeigt wie hier trotz 1. Mai gearbeitet wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sich die Arbeitsmoral unserer Mitarbeitenden weiterentwickelt.

Kompost

Ich wünsche euch allen eine gefreute Woche, mit aufsteigenden Temperaturen.

Herzliche Grüsse Ueli

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